IT-Info
Grundlagen der Informationstechnik
Soundkarten
Der interne Lautsprecher blieb beim IBM-PC über eine lange Zeitspanne hinweg
die einzige Möglichkeit, Töne in Form von leisen Pieptönen zu produzieren. Erst
1987 kam die erste Erweiterungskarte in Form der ADLIB-Music-Synthesizer-
Karte auf den Markt und etablierte sich recht schnell zum Standard. Die Firma
Creative-Labs zog mit ihrem Produkt, dem Sound-Blaster, schnell nach. Dessen
Kompatibilität zur ADLIB-Karte und die Eigenschaft, Geräusche digital aufnehmen
und abspielen zu können, verschafften dem Sound-Blaster sehr bald eine breite
Software-Unterstützung.
Soundkarten der ersten Generation waren eine sehr einfache Schnittstelle
zwischen dem PC und den externen angeschlossenen Lautsprechern bzw.
Kopfhörer. Sie dienten der Ausgabe von akustischen Signalen. Im heutigen
Multimediazeitalter haben sich auch Audiokarten zu professionellen
Komponenten entwickelt, die den Computer in ein wahres Tonstudio verwandeln.
Moderne Soundkarten verfügen meist über vier Funktionen:
- Synthesizer
- Joystick/MIDI-Schnittstelle
- Analog-/Digital-Konverter
- Digital-/Analog-Konverter
Synthesizer
Hier haben sich drei unterschiedliche Verfahren etabliert. Die Wavetable-Synthese
ist das beste, aber auch teuerste Verfahren, da aufgenommene Töne echter
Instrumente verwendet werden. Sie nehmen beispielsweise eine Kirchenorgel auf
und haben dann ein Klangmuster (Sample), das in einem ROM auf der Soundkarte
gespeichert wird. Wenn die Soundkarte also den Klang einer Kirchenorgel
erzeugen soll, wird das zuvor aufgenommene Sample wiedergegeben. Wenn die
Samples von hoher Qualität sind, kann die Soundkarte sehr gute Klänge erzeugen.
Bei der Frequenzmodulation, der FM-Synthese, und auch beim physikalischen
Modell klingen die erzeugten Klänge meist künstlich und etwas unnatürlich.
FM-Synthese (Frequenzmodulation):
Musikinstrumente werden durch die Überlagerung von mehreren Sinuswellen
nachgeahmt. Frequenz und Amplitude der Sinuswellen variieren.
Wavetable-Synthese (Samples):
Aufgezeichnete, im RAM gespeicherte Samples (Musterdateien) dienen als
Ausgangsmaterial für die Klangerzeugung.
Physikalisches Modell:
Klänge werden in einer Programmiersprache zusamengesetzt.
MIDI
MIDI (Musical Instrument Digital Interface) ist ein in den 80er-Jahren entwickelter
Standard für die Kopplung von Synthesizern. Inzwischen ist MIDI auch ein fester
integrierter Standard in PC-Programmen, um Musik über die Soundkarte abzuspielen.
MIDI-Dateien enthalten aber keine echten Klänge, wie bei Samples, sondern nur
Beschreibungen, wie die Musik wiederzugeben ist. Wie die Musik klingt, ist Sache
der Soundkarte. In der MIDI-Datei sind zudem Sequencing-Informationen enthalten,
welche die Soundkarte darüber informieren, wie lange ein bestimmter Ton von einem
Instrument gespielt werden soll. Der Vorteil von MIDI liegt zum einen in der
Standardisierung des Formats, da grundsätzlich jede Soundkarte MIDI-Dateien
abspielen kann, und zum anderen in der Größe. Komplette Musikstücke im MIDI-
Format belegen nur relativ wenig Speicher. Es verwundert nicht, das bei Billigangeboten
der Instrumentenklang äußerst primitiv klingt. Für einen geringen Mehrpreis erhalten
Sie bereits Modelle mit einem integrierten Wavetable-Chip. Dieser enthält Samples
echter Instrumente. Das MIDI-Format ist auf etwa 120 Instrumente beschränkt.
Digital Analog Converter DAC
Alle analog ausgegebenen Signale der Audioeingänge werden in digitale Daten
umgewandelt und umgekehrt. Die Abtastfrequenz des DACs, das heißt, wie oft
pro Sekunde der Zustand des analogen Signals in ein digitales Pendant umgesetzt
wird und umgekehrt, ist für die Klangqualität der Soundkarte verantwortlich. Die
Wiedergabequalität sollte mit der eines Audio-CD-Players vergleichbar sein. Dies
wird mit einem 16-Bit-DAC und einer Sampling Rate (Abtastfrequenz) bis 44,1 kHz
für jeweils den linken und den rechten Tonkanal ermöglicht.
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